Dresden bündelt Energie für die Energie von Morgen

Presseinformation der Stadt Dresden / 11.5.2011

Erst piept es kurz, denn poppt eine Meldung auf: „Akku bitte laden“. Notebook, Handy und MP3-Player melden so neuen Energiebedarf an. Der PC am Arbeitsplatz oder der heimische Kühlschrank kündigen so etwas nicht extra an, sondern verweigern ohne andauernde Stromzufuhr von vorn herein ihren Dienst. Bei einem Blackout kommen moderne Industriestaaten zum erliegen.

Doch wie lässt sich ausreichend Energie erzeugen und klug verteilen, ohne dabei die Umwelt zu zerstören? „Effiziente Energieerzeugung, Energiespeicherung und mobile Energiesysteme sind Zukunftsthemen, für die der Wirtschaftsstandort Dresden seine Energie bündelt,“ sagt Birgit Monßen, Amtsleiterin der Dresdner Wirtschaftsförderung.

Einen Beitrag zur umweltfreundlicheren Energieerzeugung leistet die Region Dresden zum Beispiel auf dem Gebiet Photovoltaik. Forschungseinrichtungen, Zulieferer und Produzenten arbeiten hier Hand in Hand, so dass vor Ort alle Glieder der Wertschöpfungskette zu finden sind. Auch technologisch ist der Photovoltaik-Standort Dresden mit seiner Breite und Qualität einzigartig in Deutschland und profitiert von der herausragenden Silizium-Kompetenz des größten Mikroelektronikcluster in Europa. So ist es möglich die etablierte kristalline Silizium-Technologie genauso anzubieten wie Dünnschicht-Photovoltaik und gleichzeitig den Effizienz-Weltrekord im Bereich organische Photovoltaik zu halten.

Der hohe Bedarf an Photovoltaik-Produkten hat einheimischen Firmen in den vergangenen Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten beschert. Viele Arbeitsplätze wurden neu geschaffen und dauerhaft gesichert. Neben den Modulproduzenten profitierten besonders die sächsischen Anlagenbauer und deren regionale Zulieferer und etablierten sich erfolgreich auf dem Weltmarkt. Der Anteil der Photovoltaik am Gesamtumsatz sächsischer Unternehmen beläuft sich mittlerweile auf ca. 2,5 Mrd. EUR (2010). Mehr als 3.500 Beschäftige arbeiten in der Produktion von Solarkomponenten. Die gesamte Photovoltaik-Branche, von Forschung und Entwicklung, Herstellung, Installation, Zulieferunternehmen bis zu Maschinenbau und Service, bietet mehr als 5.300 Arbeitsplätze in Sachsen. Damit sind in Sachsen mehr Menschen in dieser Branche beschäftigt als in jedem anderen Bundesland.

Während die Photovoltaik als saubere Energiequelle fest etabliert ist, stehen zahlreiche neue Technologien zur Energieerzeugung bereits in den Startlöchern. Dazu zählen Brennstoffzellen- und Batterietechnologien, die Entwicklungschancen für den Standort bieten. Das Dresdner Industriecluster rund um Hochtemperatur-Brennstoffzellen ist aufgrund seiner Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und der schnellen Umsetzung von Innovationen von europäischer Bedeutung. Kristallisationspunkt des Clusters ist das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme Dresden IKTS, in dessen Umfeld sich fünf Brennstoffzellen-Unternehmen etabliert haben. Sie profitieren von hervorragend ausgebildeten Fachkräften und den Forschungs- und Entwicklungskapazitäten am größten Wissenschaftsstandortes Deutschlands.

Dresden bündelt in nahezu idealer Weise alles, was man für innovative Energie-Entwicklungen und deren Praxiseinsatz benötigt. Die Dresdner Forschungslandschaft, bestehend aus zwölf Fraunhofer-Einrichtungen, je drei Leibniz- und Max-Planck-Instituten, dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, der TU sowie der HTW Dresden, sucht Ihresgleichen. Die Spezialisten können für ihre Arbeiten auf eine Geräteausstattung mit weltweit hervorragendem Ruf zurückgreifen. Derzeit beschäftigen sich ca. 15 Forschungseinrichtungen der Region mit Forschungsthemen rund um das Thema Energiespeicherung.

Das zahlt sich auch auf dem Gebiet Batterien und Großspeicher aus, welches gute wirtschaftliche Perspektiven besitzt. Mit den Fertigungsstandorten von Li-tec Battery GmbH sowie Evonik Litarion GmbH in Kamenz beginnt sich ein Cluster in der Region auszubilden. Dies birgt neue Möglichkeiten  für den starken einheimischen Maschinen- und Anlagenbau, der sich an der Entwicklung von Produktionsprozessen und Anlagen betätigt. Die Trends zur dezentralen Erzeugung und Speicherung von Energie sowie die Entwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen werden in absehbarer Zeit auch weltweit zum Aufbau neuer Produktionskapazitäten führen.